Ich habe eine schnelle Rückmeldung mit Einladung zu einem Teams-Interview erhalten. Die Kommunikation war einwandfrei - Ausschreibung, Bewerbung und Kommunikation bezüglich einer Gesprächseinladung fand alles auf deutsch statt. Die Führungskraft, welche das Gespräch mit mir führte, erschien im Gespräch zu spät und allein. Aus der Personalabteilung erschien einfach niemand im Call. Darüber hinaus fand das Gespräch ohne jegliche Ankündigung auf englisch statt. Für mich immer noch fragwürdig, wieso diese Information mit keinem Wort kommuniziert wurde.
Das Gespräch war mit Abstand das am schlechtesten geführte jemals. Da ich mir viele Gedanken in Vorbereitung auf den Termin machte und große Vorstellungen von Henkel als Unternehmen und Arbeitgeber hatte, war das Gespräch eine umso größere Enttäuschung. Ich hatte durchweg das Gefühl, es bestehe gar kein Interesse an mir, wobei nebenbei wohl auch mal der ein oder andere nachfolgende Termin am Notebook koordiniert wurde. Mir wurde mehrfach die gleiche Frage gestellt, wobei ich mich fragte, ob mein Gesprächspartner mir überhaupt zuhöre. Es sind nicht nur unglaublich komische Fragen gestellt worden, ich fühlte mich auch in jeder meiner Antworten total angezweifelt, ob meine subjektive Wahrnehmung zu mir selbst denn verlässlich sei? Also wenn bestätigende Referenzen + meine eigene Ausführung zu meinen Stärken und Interessen sowie das Gespür für Menschenkenntnis auf Seiten der FK nicht ausreichen, weiß ich nicht wie man da jemandem noch auf die Sprünge helfen kann? Durchweg lag der Fokus des Gesprächs darauf, mich in eine Ecke zu drängen und zu hinterfragen, ob das was ich von mir gebe, denn wirklich stimme!
Wenn kein Interesse besteht und meine sehr guten Referenzen in keinerlei Henkel-Schema passen, dann braucht mich doch keiner einladen. Verstehe den Sinn bis heute nicht.
Zum Ende hin haben wir dann darüber diskutiert, ob man sich vorstellen könnte 3 Jahre diese Position zu besetzen. Erst ging es um 2 Jahre von FK-Seite, dann wurde wieder und wieder nach 3 Jahren gefragt, weil es ja so ein riesiges Investment für die Führungskraft sei, jemanden einzuarbeiten und dafür solle es sich doch lohnen. Entschuldigung? Auch für den potenziellen Mitarbeiter ist es immer wieder ein Investment sich einer neuen Herausforderung zu stellen, ggf. für seinen Beruf umzuziehen, seinen Job zu kündigen etc.. Wir haben uns gerade einmal 30 Minuten per Videochat gesehen. Ich kenne weder das Unternehmen, noch die Kollegen, die Aufgaben im Detail, noch die FK persönlich, warum steht zu diesem Zeitpunkt des Gesprächs im Fokus, ob man sich partout 3 Jahre aneinander binden möchte?!
Meine Nachfragen zu dem Unternehmen, der Zusammenarbeit, den Arbeitsbedingungen und vielem mehr wurden gar nicht beantwortet. Ich erhielt lediglich die Information, dass Henkel ja ein deutsches, soziales Unternehmen sei und das sehe in der Praxis so aus, dass die FK zu jedem MA Meldungen erhalte, wenn sie mehr als X Stunden täglich arbeiten. Wow, danke für die kompetente Auskunft zu dem Arbeitsleben, den Werten, den Weiterbildungsmöglichkeiten und Benefits bei Henkel.
Ich wusste nicht, dass es möglich ist, so wenig für sein eigenes Unternehmen, die zu besetzende Position und sich selbst als Führungskraft zu werben!!! Wir, aber vor allem ich hätte mir den ganzen Aufwand sparen können, da kein Interesse an mir und dem Gespräch bestand.
Vielleicht hätte diesem Gespräch eine Unterstützung aus dem Personalbereich gut getan, zumindest wenn das Gespräch mit einem ernsthaften Interesse begründet ist.